Volker Ullrich zum Heilpraktiker Fernstudium

Volker Ullrich ist bei der Heilpraktikerschule Impulse e.V. als Dozent und Geschäftsführer zuständig für die Ausbildung angehender Heilpraktiker. Im Interview erklärt er die Vorteile eines Fernstudiums und worauf es bei der Vorbereitung auf die Heilpraktikerprüfung ankommt.

Herr Ullrich, Sie sind Geschäftsführer und Dozent an der Impulse e.V. – Schule für Gesundheitsberufe. Zur Vorbereitung auf die amtsärztliche Überprüfung zum Heilpraktiker, kurz Heilpraktikerprüfung, bietet Ihr Institut eine Weiterbildung zum Heilpraktiker an. Was ist das Besondere an dieser Weiterbildung und warum sollten sich Interessenten für Ihr Institut entscheiden?

Volker Ullrich: Zunächst ist es wichtig, sich das gesetzlich vorgegebene Ziel der Heilpraktikerüberprüfung zu vergegenwärtigen. Die amtsärztliche Überprüfung soll feststellen, ob die Tätigkeit der Anwärter/innen bei der Ausübung der Heilkunde eine Gefahr für die Volksgesundheit darstellen würde oder nicht. Aus der Juristensprache übersetzt könnte man sagen, es wird festgestellt, ob so fundierte Kenntnisse im Bereich der Medizin und im Bereich der rechtlichen Bestimmungen, die den Beruf regeln, vorliegen, dass Patienten durch die Tätigkeit der zukünftigen Heilpraktiker/innen nicht geschädigt werden.

Volker UllrichVolker Ullrich, Jahrgang 1953, leitet die Schule für freie Gesundheitsberufe seit 1996. Vorher war er 10 Jahre als Lehrer an Haupt- und Gesamtschulen sowie mehrere Jahre als Studienleiter in einer Fernschule tätig. Er ist Heilpraktiker und Master of Arts mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung.

Es geht in der Überprüfung also vorrangig um medizinisches und rechtliches Grundlagenwissen. Dieses Wissen ist in der Hauptsache Lehrbuchwissen, welches sich gut im Fernunterricht vermitteln lässt. Uns geht es in unserem Lehrgang allerdings nicht nur darum, das engere Prüfungswissen zu lehren. Uns ist bewusst, dass die Anwärter/innen bereits in der Prüfungsvorbereitung einen Einblick in die Tätigkeit einer Heilpraktikerin bzw. eines Heilpraktikers und in wichtige Therapieverfahren erhalten sollten. Entsprechend bietet unser Lehrgang einen verhältnismäßig umfangreichen Seminaranteil (10 Wochenendseminare mit kleinen Lerngruppen), in dem die Dinge praktisch geübt werden, die für die Überprüfung wichtig sind, in dem aber auch Therapieverfahren in der Praxis kennengelernt werden.

Der Beruf des Heilpraktikers erfreut sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. An wen richtet sich Ihr Angebot und welche Voraussetzungen sollten die Teilnehmer mitbringen?

Volker Ullrich: Grundsätzlich richtet sich unser Angebot an alle, die die Heilkunde ausüben wollen, ohne Ärztin/Arzt zu sein. Das Heilpraktikergesetz verlangt für die Teilnahme an der Überprüfung wenigstens den Hauptschulabschluss, ein Mindestalter von 25 Jahren, gesundheitliche Eignung und rechtliche Zuverlässigkeit.

Sie bieten die Weiterbildung im Fernstudium an. Welche Vorteile bietet das? Und was sollten Interessenten bei einem Fernstudium beachten?

Volker Ullrich: Das Fernlernen in staatlich zugelassenen Lehrgängen ist besonders für Erwachsene eine hervorragende Möglichkeit der Aus- und Weiterbildung. Man kann im eigenen Rhythmus und zu selbstgewählten Zeiten lernen und hat gleichzeitig durch die staatliche Überprüfung die Sicherheit, dass die Materialien erwachsenendidaktisch aufbereitet sind und dass diese dem Stand der Wissenschaft entsprechen. Natürlich sollten Interessenten zunächst wirklich genau prüfen, ob Sie überhaupt die zeitlichen Möglichkeiten zu einer solchen Weiterbildung haben (wir gehen bei unseren Lehrgängen von einer wöchentlichen Lernzeit von 10-12 Stunden aus). Darüber hinaus muss man dazu in der Lage sein, sich selbst immer wieder zu motivieren, um sich auch mit persönlich als schwierig empfundenen Inhalten auseinander zu setzen und diese zu verinnerlichen.

Wie bereiten Sie bei Impulse e.V. – Schule für freie Gesundheitsberufe die Teilnehmer auf die Heilpraktikerprüfung vor? Welche Inhalte werden vermittelt und können sich die Teilnehmer auf bestimmte Schwerpunkte spezialisieren?

Volker Ullrich: Unser Lehrgang besteht aus 30 Studienbriefen. Es wird im Regelfall ein Studienbrief pro Monat bearbeitet und mit der Vorlage von Einsendeaufgaben, die korrigiert zurückgegeben werden, endet der Lehrgang. Über die zur Ausbildung gehörenden Seminare habe ich ja bereits gesprochen. Es gibt Leitlinien des Bundes und der Länder sowie eine gefestigte Rechtsprechung, die die Inhalte der Heilpraktikerüberprüfung regeln, diese Inhalte spiegeln sich natürlich in unserem Lehrgang wieder. Eine Spezialisierung während der Ausbildung ist grundsätzlich nicht erforderlich, da die Überprüfung eine allgemeinmedizinische Ausrichtung hat. Wie vorher bereits gesagt, lernen unsere Studierenden wichtige Naturheilverfahren kennen. Um diese dann in der Praxis anzuwenden, sind Fortbildungen erforderlich, die wir ebenfalls anbieten. Der sinnvollste Weg ist es, sich zunächst auf die Überprüfung zu konzentrieren und diese zu bestehen und sich dann vertieft mit möglichen Therapieverfahren auseinander zu setzen.

Wie schwer ist nach Ihrer Erfahrung die amtsärztliche Überprüfung zum Heilpraktiker? Wie viele Teilnehmer bestehen im Durchschnitt die Prüfung?

Volker Ullrich: Man kann davon ausgehen, dass bundesweit etwa 50% der Anwärter/innen die Überprüfung erfolgreich absolvieren. Dies liegt auch daran, dass viele Anwärter/innen nicht ausreichend vorbereitet in die Überprüfung gehen. Da die Prüfung jedoch beliebig oft wiederholt werden kann, ist dies jeweils nur eine Momentaufnahme. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass von den Studierenden, die an unserer schulinternen Überprüfungssimulation teilgenommen haben, fast alle spätestens beim zweiten Versuch die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde erhalten.

Für die Anmeldung zur Heilpraktikerprüfung vor dem Gesundheitsamt ist grundsätzlich keine vorhergehende Ausbildung vorgeschrieben. Daher ist die Ausbildung auch nicht staatlich geregelt. Wie stellen Sie und Ihr Institut trotzdem die Qualität der Weiterbildung sicher?

Volker Ullrich: Zunächst einmal garantiert die staatliche Zulassung aller unserer Lehrgänge, dass diese so konzipiert sind, dass mit Ihnen das Ausbildungsziel erreicht werden kann. Darüber hinaus werten wir natürlich regelmäßig Protokolle der schriftlichen und mündlichen Prüfung sowie einschlägige Gerichtsurteile aus, um den Lehrgang ständig aktuell zu halten. Zusätzlich ist Impulse e.V. nach der Bildungsnorm DIN ISO 29990 zertifiziert.

Wie wichtig ist es, schon während der Ausbildung zum Heilpraktiker Praxiserfahrung zu sammeln? Haben Sie Empfehlungen oder Tipps, wie sich die Teilnehmer während des Fernstudiums Berufspraxis aneignen können?

Volker Ullrich: Praxiserfahrungen sind natürlich hilfreich, ich muss aber noch einmal betonen, dass es sich bei der Heilpraktikerüberprüfung schwerpunktmäßig um eine theoretische Überprüfung handelt. Eventuell ist es sinnvoller, sich nach der Überprüfung um eine Praktikantenstelle in einer Naturheilpraxis zu bemühen. Häufig gehen Berufsanfänger/innen auch Praxisgemeinschaften ein, um das finanzielle Risiko am Anfang zu reduzieren und um sich regelmäßig mit Kolleginnen und Kollegen austauschen zu können. Während der Ausbildung ist es sicher sinnvoll, einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren und sich mit Naturheilverfahren zu beschäftigen, ohne den unbedingten Anspruch zu haben, die Kenntnisse und Fähigkeiten bis zur Praxisreife schon vor der Überprüfung zu erlangen.

Wie sehen die Zukunftsaussichten für Heilpraktiker aus?

Volker Ullrich: Grundsätzlich wird schon aufgrund des demografischen Wandels die Zahl der Menschen, die sich ausschließlich oder als Ergänzung der Naturheilkunde zuwenden, weiter steigen. Prinzipiell sind die Aussichten also gut. Allerdings muss man sich persönlich darüber im Klaren sein, dass es sich beim Heilpraktikerberuf um einen freien Beruf handelt, der zur erfolgreichen Ausübung Persönlichkeitsmerkmale wie die Fähigkeiten, zuzuhören, klare Entscheidungen zu treffen oder offensiv für sich zu werben, erfordert.

Wir danken Ihnen für das Gespräch!